Katze mit Wolle

Maßskizze und Maschenprobe beim Stricken anfertigen

Maßskizze und Maschenprobe beim Stricken anfertigen

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Die Maße für eine  Maßskizze müssen immer mit einem nicht dehnbaren Zentimetermaß gemessen werden, beginnen Sie an der richtigen Stelle

Sobald das Maschenverhältnis (Maschenprobe) bekannt und eine Maßskizze angefertigt ist, muss eine Liste mit den Maßen erstellt werden, die für den Entwurf notwendig sind. Die Maße müssen immer mit einem nicht dehnbaren Zentimetermaß gemessen werden. Nehmen Sie sowohl in der Länge als auch in der Breite Maß. Halten Sie das Metermaß gerade und beginnen Sie an der richtigen Stelle mit dem Messen, sonst wird zu viel gemessen.

 

Maßskizze



Beispiel:

Es ist eine Skizze von einem geraden Pullover mit kurzen, geraden Ärmeln gemacht worden. Folgende Maße müssen dafür ausgemessen werden:

 

Brustumfang oder Oberweite

 

Gesamtlänge ab den Schultern

 

Ärmellänge

 

Oberarmumfang

 

Zu jeder ausgemessenen Maßangabe muss eine Zugabe berechnet werden, einerseits wegen der Bewegungsfreiheit, andererseits damit unter dem Kleidungsstück Unterwäsche oder sonstige Kleidung getragen werden kann. Diese Zugabe ist für jedes Kleidungsstück verschieden. Ein Pullover, der über anderen Kleidungsstücken getragen wird, muss eine Zugabe von 5 bis 10 cm haben, ein Mantel oder eine Jacke, unter denen ein Pullover getragen wird, 10 bis 15 cm oder mehr.

 

Die Endberechnung

Der in dem Beispiel genannte gerade Pullover muss in vier Teilen gestrickt werden:

 

Vorderteil und Rückenteil

 

zwei Ärmel.

 

Die Maschenprobe ergibt, dass 6 Maschen und 9 Reihen 2,5 cm sind. Die Gesamtweite des Brustumfangs muss geteilt werden: in eine Hälfte für das Rückenteil, und eine für das Vorderteil. Die Gesamtweite des Brustumfangs beträgt 90 cm; das ergibt bei 6 Maschen auf 2,5 cm 216 Maschen. Für jede Hälfte sind das also 108 Maschen. Dann muss noch die Zugabe berücksichtigt werden, die in diesem Fall insgesamt 5 cm, für jede Hälfte also 2,5 cm, beträgt.

 

Nach dem Stricken müssen die beiden Hälften zusammengenäht werden, dafür ist auf beiden Seiten jeder Hälfte jeweils eine Masche erforderlich. Um nun die erforderliche Zugabe zu erhalten, müssen für beide Hälften noch 2 Maschen hinzugerechnet werden.

 

Für die Weite jeder Hälfte ergibt sich somit: Weite = 1/2 Brustumfang + Zugabe + Randmaschen oder 108 + 6 + 2 = 116 Maschen.

 


Diese Maschenzahl kann sich verändern, wenn man ein Muster strickt. Beispielsweise kann ein Muster, bei dem immer sieben Maschen wiederholt werden, nicht gleichmäßig über 116 Maschen verteilt werden. Um dies zu ermöglichen, müssen entweder 4 Maschen weniger (das geht bei einem dehnbaren Muster) oder 3 Maschen mehr genommen werden.

 

MaßskizzeAusmessen einer Maschenprobe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Maßskizze

Fertigen Sie eine kleine Maßskizze des Rücken- oder Vorderteils an. Notieren Sie am unteren Rand die notwendige Maschenzahl. Jetzt muss die Zahl der Reihen berechnet werden. Die Länge vom unteren Rand bis zur Schulter beträgt 60 cm; teilen Sie dies durch 2,5 und multiplizieren Sie es mit 9. Das ergibt: 60 : 2,5 x 9 = 216 Reihen.

 

Fertigen Sie auch eine Maßskizze für einen Ärmel an.

 

Die Angaben für das Beispiel sind:

Ärmel = Oberarmumfang + Zugabe + Randmaschen oder 35 cm + 2,5 cm + 2 Maschen oder 84 + 6 + 2 = 92 Maschen.

 

Auch hier kann sich bei einem Muster die Maschenzahl ändern. Durch mehr oder weniger Maschen muß die Maschenzahl für das Muster passend sein. Der gerade Ärmel des Beispiels mit einer 10 cm langen Naht hat bei einem Brustumfang von 90 cm eine Armkugelhöhe von 14 cm. Das sind also zusammen 24 cm = 88 Reihen. Tragen Sie diese Angaben in der Maßskizze ein.

 

Bündchen

Ein schmales Bündchen kann ohne Änderung der Maschenzahl an das Modell angefügt werden. Ein breites Bündchen erfordert jedoch eine gesonderte Berechnung. Machen Sie zuerst eine Maschenprobe im gewünschten Bündchenmuster, und nehmen Sie dazu um zwei Nummern dünnere Nadeln.

 

Die fertige Maschenprobe wird so festgesteckt, dass sie die beim Tragen gewünschte Dehnbarkeit erhält. Berechnen Sie nun auf der festgesteckten Maschenprobe die Zahl der Maschen und Reihen auf 2,5 cm. Berechnen Sie nun die Maschenzahl des halben Brustumfangs und zählen Sie dazu noch die Hälfte der Gesamtzugabe und der Randmaschen.

 

Ist die Maschenzahl kleiner als die der ursprünglich anzuschlagenden Maschen, dann muß die Maßskizze geändert werden. Zeichnen Sie das Bündchen in die Maßskizze ein, und notieren Sie auf dem unteren Rand die neue Maschenzahl. Notieren Sie oben am Bündchen vor der letzten Reihe im Bündchenmuster oder der ersten Reihe der Hauptstrickart die zusätzlichen Maschen, die zugenommen werden müssen, um wieder auf die ursprüngliche Maschenzahl zu kommen.

 

Berechnen Sie auch die Reihenzahl für das Bündchen, und ziehen sie diese von der gesamten Reihenzahl ab. Damit hat man die Zahl der Reihen in den jeweiligen Maschenarten ermittelt.