Katze mit Wolle

Strickarbeiten aus Österreich, zwei berühmte Arten

Strickarbeiten aus Österreich, zwei berühmte Arten

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Bei Strickarbeiten aus Österreich sind zwei berühmte Arten zu nennen, Tiroler Stricksachen und feine Wiener Spitzenstrickarbeiten

Strickarbeiten aus Österreich Wiener Spitze. Wiener Spitzen wurden aus sehr feiner Baumwolle oder Seide auf hauchdünnen Nadeln gestrickt. Die Kunst des Spitzenstrickens – weniger teuer, aber auch nicht ganz so fein wie Klöppelspitzen – wurde früher in Klosterschulen gelehrt.

 

Strickarbeiten aus Österreich



Viele dieser Strickarbeiten wurden rund angefertigt, es wurden jedoch auch Spitzenbänder gestrickt, beispielsweise als Einfassung feiner Tischtücher.

 

Beim Rundstricken ist immer die rechte Seite der Strickarbeit der Strickerin zugewandt. Auf diese Weise kann man besser die Struktur der häufig sehr komplizierten Muster verfolgen. Ein weiterer Vorteil des Rundstickens ist, dass die Arbeit nahtlos hergestellt werden kann.

 

Die Entwicklung der Maschinenstrickerei im 19. Jahrhundert hatte zunächst einen Rückgang der Handstrickerei zur Folge, konnte sie aber nie ganz verdrängen.

 

Allerdings wurden nun die hauchdünnen Fäden durch Garne ersetzt, die zwar immer noch sehr fein, aber besser zu verarbeiten waren. Die hauchdünnen Nadeln wurden durch Strumpfnadeln ersetzt. Die Arbeit mit diesen Nadeln – selbst Strumpfnadeln von 2 oder 2,5 mm Dicke waren noch beträchtlich dicker als die ursprünglichen Nadeln – bewirkte, dass die Arbeit schneller voranging. Das Interesse an Handstrickarbeiten nahm dadurch noch stärker zu.

 

Das Interesse war sogar so groß, dass spezielle Kurse für das Stricken und Entwerfen von Wiener Spitze durchgeführt wurden.

 

Häufig wurde und wird Wiener Spitze auf einen Mousseline-Untergrund geklebt, um der feinen Spitze einen zusätzlichen Halt zu geben. Anschließend wird alles in einer schwachen Lösung aus Glyzerin und Wasser gestärkt. Der Fertigstellung wird große Aufmerksamkeit gewidmet; jedes Tischtuch, jede Serviette, jede Decke und jeder Läufer wird sorgfältig gespannt, leicht gedämpft und dann in Ruhe gelassen, bis es trocken ist. Erst danach wird es benutzt.

 

Strickarbeiten aus Österreich, Deckchen in Wiener Spitze

Strickarbeiten aus Österreich

 

Tiroler Strickarbeit

Die Muster in Tiroler Strickarbeit sind oft grob und mit dicker, rahmfarbener Wolle gestrickt. Die Stricksachen werden häufig mit Stickereien in leuchtenden Farben wie Smaragdgrün, Scharlachrot, Königsblau und Gelb verziert. Die Westen und Jacken haben häufig grobe Muster wie Zopfmuster und Noppen, zwischen denen Motive aufgestrickt werden können. Ein Zopf dient manchmal als „Stamm“, dem kleine grüne Blätter entspringen, oder Gruppen von dicken Noppen wechseln sich mit kleinen Blumen in einem hellen Rot oder Blau ab.

 

Bei der Fertigstellung der Strickarbeiten wird den Details immer große Aufmerksamkeit gewidmet. So erhalten Tiroler Strickarbeiten häufig handbemalte Knöpfe in denselben Motiven wie die Stickereien.