Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Bevor Sie Ihr Strickgarn einkaufen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen. Was wollen Sie stricken? Für wen stricken Sie? Wie gut stricken Sie?

Wenn Sie ein gut sortiertes Handarbeitsgeschäft betreten, werden Sie von der Fülle an unterschiedlichstem Strickgarn sicher überwältigt: Da gibt es glatte und flauschige Garne, solche mit Fransen, Noppen oder eingearbeiteten Pailletten, aber auch Bändchen aus Stoff oder lederähnlichen Materialien.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Strickgarn unterscheidet man in 2 Arten, Naturfaser- und Kunstfasergarn

Welches Strickgarn sich für Ihr Projekt eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sofern Sie ein Modell aus einer Zeitschrift oder einem Buch nachstricken wollen, halten Sie sich am besten möglichst genau an die Materialangabe in der Anleitung.
Wenn Sie noch keine Garnempfehlung haben, sollten Sie sich folgende Fragen stellen, bevor Sie das Material kaufen:

1. Was wollen Sie stricken? Für Wohnaccessoires eignen sich andere Strickgarne als für Kleidung, die auf der Haut getragen und häufiger gewaschen wird.

2. Für wen stricken Sie? Ein edles Seidengarn ist möglicherweise das richtige Material, wenn Sie einen festlichen Pullover für sich selbst stricken wollen. Kleidung für Babys oder Kleinkinder arbeiten Sie besser aus strapazierfähigen, maschinenwaschbaren Garnen.

3. Wie gut stricken Sie? Anfänger kommen normalerweise mit schlichten, fest verzwirnten Garnen aus Schurwolle oder einer Kombination aus Wolle und Kunstfasern am besten zurecht. Effektgarne mit langen Fransen, Flausch und Noppen, ungleichmäßig versponnene Dochtgarne und extrem glatte, rutschige Garne, zum Beispiel aus Seide oder Viskose, erfordern einige Erfahrung.

 

Die Materialien

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Naturfaser- und Kunstfasergarnen. Zu den Naturfasern zählen tierische Fasern wie Tierhaare oder Seide, aber auch pflanzliche Fasern wie Baumwolle und Leinen. Kunstfasern, auch als Chemie- oder Synthetik Fasern bezeichnet, können aus unterschiedlichen chemisch geschaffenen Substanzen wie Polyester, Polyacryl, Polyamid oder Elasthan bestehen.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Wollgarn aus 100 % Merinowolle

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Wollgarn aus 100 % Alpakawolle

 

Tierische Fasern

Die wichtigste tierische Faser, aus der Strickgarne hergestellt werden, ist Schafwolle. Durch die natürliche Kräuselung jedes einzelnen Haares ist Wolle elastisch und wärmt gut. Dazu trägt auch die schuppenartige Oberfläche der Haare bei, unter der Luft eingeschlossen wird. Ebenfalls zu Strickgarnen verarbeitet werden die Wolle des Angorakaninchens, der Mohair– oder Angoraziege, der Kaschmirziege, des Alpakas, des Lamas und des Kamels.

Wolle besteht aus Eiweiß und wird daher von Motten angegriffen, sofern sie unbehandelt ist. Außerdem filzt Wolle schon bei etwa 45 °C. Deshalb rüsten die Garnhersteller viele Wollgarne so aus, dass sie mottenresistent sind und in der Waschmaschine gewaschen werden können.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Wollgarn aus 100 % Alpakawolle

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Extradickes einfädiges Garn aus 100 %Wolle

Häufig wird Wolle mit Synthetik Fasern gemischt, um sie formbeständiger und strapazierfähiger zu machen oder bestimmte Effekte zu erzielen. So bestehen die klassischen Sockengarne meist aus 75 % Schurwolle und 25 % Polyamid. Es gibt aber auch viele Strickgarne, bei denen der Synthetik Anteil überwiegt.

Wollgarne können sehr fein, aber auch extrem dick sein. Dünne Strickgarne sind meist aus mehreren Einzelfäden verzwirnt, während dicke Garne oft aus einem einzelnen Faden bestehen („Dochtgarne“). Bisweilen werden solche Garne auch gezielt ungleichmäßig versponnen, sodass sie wie handgesponnen wirken.

Ebenfalls zu den tierischen Fasern gehört Seide, der Faden, aus dem die Raupe des Seidenspinners ihren Kokon herstellt. Seidengarne bestechen durch ihren edlen Glanz. Sie sind jedoch teuer und erfordern sorgfältige Pflege. Anfänger sollten daher lieber auf weniger kostspielige Garne zurückgreifen.

 

 

Garne austauschen

Nicht immer können Sie für Ihr Modell das in der Anleitung genannte Originalgarn verwenden: Vielleicht ist es in Ihrem Handarbeitsgeschäft nicht vorrätig, vielleicht gibt es aber auch die von Ihnen gewünschte Farbe nicht.

Kein Grund zu verzweifeln! In den meisten Fällen lässt sich ein geeignetes Alternativgarn ausfindig machen. In guten Anleitungen werden nicht nur Name, Hersteller und Farbe des Originalgarns genannt, sondern auch Materialzusammensetzung und Lauflänge. Falls diese Angaben nicht aus der Anleitung hervorgehen, geben Sie einfach Namen und Hersteller in eine Internet-Suchmaschine ein, und Sie bekommen im Nu die fehlenden Informationen angezeigt.

Suchen Sie nun nach einem Strickgarn, dessen Material-Zusammensetzung und Lauflänge denen des Originalgarns möglichst nahekommen. Auch an der empfohlenen Nadelstärke und an der Maschenprobe können Sie sich orientieren.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Voluminöses Mischgarn aus 70 % Polyacryl und 30 % Schurwolle

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Sockengarn aus 55 % Schurwolle, 25 % Polyamid und 20 % Seide

 

Pflanzliche Fasern

Gerade für Sommerkleidung und Accessoires sind Garne aus Baumwolle sehr beliebt. Seltener verstrickt werden Strickgarne aus Leinen.

Baumwolle wird aus den Samenfasern in den Fruchtkapseln der Baumwollpflanze, Leinen aus dem Stängel der Flachspflanze gewonnen.

Modelle aus Baumwoll- oder Leinengarnen fühlen sich angenehm kühl an und glänzen dezent. Allerdings sind die Garne ziemlich schwer und unelastisch. Deshalb leiern Kleidungsstücke aus Baumwollgarnen leicht aus. Aus dem gleichen Grund sollten sie nur liegend getrocknet und noch feucht in Form gezogen werden.

Auch Baumwolle wird häufig mit Synthetik Fasern gemischt, sodass leichtere Garne mit angenehmen Trageeigenschaften entstehen.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Sommerliches Garn aus 55 % Baumwolle und 45 % Polyacryl

 

Synthetikfasern

Einst galten reine Synthetik Garne als Billig-Alternative zu Wollgarnen. Das hat sich grundlegend geändert. Inzwischen sind hochwertige Kunstfasergarne auf dem Markt, die sich perfekt für die aktuelle und alltagstaugliche Strickmode eignen.

Gerade reine Mikrofasergarne sind außerordentlich beliebt – nicht nur bei Menschen, die Wolle als unangenehm auf der Haut empfinden. Synthetik Fasern lassen zudem Designerträume wahr werden, denn sie können nahezu beliebig eingefärbt und versponnen werden, sodass vom hochglänzenden, glatten Garn bis zu pelzartigen Flauschgarnen alles möglich ist.

Neben den typischen Chemiefasern Polyacryl, Polyamid, Polyester und der dehnbaren Faser Elasthan nimmt Viskose eine Sonderstellung ein.

Sie basiert auf dem natürlichen Rohstoff Zellulose, der durch Natronlauge und Schwefelkohlenstoff zu einer Spinnlösung verflüssigt und durch Spinndüsen zu Fasern bzw. Fäden verarbeitet wird. Viskosegarne glänzen besonders schön, sind aber extrem glatt, sodass es nicht ganz einfach ist, ein gleichmäßiges Maschenbild zu erzielen.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Mikrofasergarn aus 100 % Polyacryl

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Mischgarn aus 52 % Polyamid, 25 %Viskose und 23 % Baumwolle

 

Effektgarne

Es kommen ständig neue Strickgarne mit interessanten Strukturen auf den Markt, aber auch die Palette der klassischen Socken- und Sportgarne wird durch allerlei Neuheiten erweitert – beispielsweise durch speziell bedruckte Garne, bei denen Ringel- und Jacquardeffekte während des Strickens direkt aus dem Knäuel kommen, aber auch Strickgarne mit winzigen, weichen Pompons, die das Maschenbild beleben, aber beim Tragen der Socken im Schuh nicht stören.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Effektgarn aus 65 % Baumwolle, 27 % Polyamid und 8 % Polyester

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Effektgarn aus 47 % Polyamid, 18 % Mohair, 18 % metallisiertem Polyester und 17 % Polyacryl

Die seit Jahrzehnten beliebten Flauschgarne haben seit einiger Zeit Zuwachs durch Effektgarne mit mehr oder weniger langen Fransen bekommen.

Manche dieser Garne wirken verstrickt wie ein Pelz.

Fransengarne gibt es einfarbig, aber auch in vielen mehrfarbigen Varianten.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Mehrfarbiges Fransengarn aus 100 % Polyester

 

Bändchengarne spielen in der Maschenmode ebenfalls seit langem eine wichtige Rolle.

Sie können aus gestrickten oder gewebten Stoffbändern oder aus lederartigen Streifen bestehen. Besonders effektvoll lassen sich sogenannte Leiterbändchen einsetzen, bei denen zwischen zwei Randfäden kleine Stoffquadrate eingearbeitet sind.

Strickgarn gibt es in 2 Arten, Natur- und Kunstfasergarn

Leiterbändchengarn aus 100 % Polyamid